15.05.2018 - Solinger Tageblatt:

Kleine Volleys feiern große Erfolge

Von Sonja Bick/ST: Gold und Silber bei der Westdeutschen: Freunde kennen ihre Stärken genau. Während die U 12 der SolingenVolleys vor anderthalb Wochen nach dem gewonnenen Endspiel der Westdeutschen Meisterschaften ausgelassen jubelte, gab es am Sonntag beim Saisonfinale der U 13 zunächst einmal enttäuschte Gesichter. Wie eine Woche zuvor hieß der Gegner im Endspiel VoR Paderborn. Dieses Mal aber musste sich der Solinger Nachwuchs mit 24:26 und 21:25 geschlagen geben. "Der Titel geht verdient nach Paderborn. Aber Trainer, Eltern und Spieler sind stolz auf Silber", sagte Volleys-Coach Helmut Weissenbach.

Nach einem souveränen Finaleinzug – alle Spiele wurden mit 2:0 gewonnen – brachte der Schiedsrichter die junge Truppe beim Stand von 24:21 aus dem Rhythmus. "Wir haben mit den drei krassen Entscheidungen gegen uns gehadert und die Spannung verloren. Paderborn ging hohes Risiko und hat unsere Schwächeperiode eiskalt ausgenutzt", erklärte der Trainer. Im zweiten Satz lag sein Team 11:19 zurück, verkürzte auf 20:21, musste Paderborn dann aber ziehen lassen.

Volleys-Quartett, das in U 12 und U 13 für Furore gesorgt hat

Dennoch war es die mit Abstand erfolgreichste Saison für die Volleys-Talente. Die U12 mit Kai Thiedmann, Eric Ly, Levi Weissenbach und Jascha Kuhn hatte nach Platz neun und zwei in den Vorjahren in Schwerte den Titel geholt. Und dabei wissen die vier Zehnjährigen noch genau, wie das Finale ablief und wer zu welchem Zeitpunkt auf dem Feld stand. Nach 15:8 im ersten Satz führten die Fünftklässler mit 14:12 und hatten Matchbälle. Hier mussten Kai Thiedmann und Levi Weissenbach, die bereits seit ihrem vierten Lebensjahr Volleyball spielen und so die Erfahrensten sind, von außen zuschauen, wie der Satz mit 14:16 verloren ging.

Es war der erste Satzverlust in der gesamten Saison. Spätestens beim 8:12 im dritten Satz lagen die Nerven blank, die Hoffnung war fast aufgegeben, dann aber verwandelte Jascha Kuhn, der wie Eric Ly erst seit zweieinhalb Jahren dabei ist, den Matchball zum 15:13 – mit einem langen Ball ins hintere Feld. Dem Riesenjubel folgten die Siegerehrung und ein Abendessen bei La Vita im TSG-Vereinsheim. "Wir sind ein verschworener Haufen, nicht nur auf dem Spielfeld", sagen die Jungs über sich. Die Vier kennen sich teilweise seit dem Babyalter, waren gemeinsam im Kindergarten und in der Grundschule, einige sind auf der weiterführenden Schule beste Freunde.

Levi Weissenbach kommt aus einer volleyballverrückten Familie. Seine Mutter war aktiv, sein Vater war nicht nur Spieler, sondern auch Trainer und Manager des Bundesliga-Teams. Kai Thiedmann kennt er, seit er denken kann, denn er ist Helmut Weissenbachs Patenkind. "Wir haben schon im Garten übers Netz gespielt. Das macht sich auch auf dem Feld bemerkbar", sagt der Trainer und Spieler-Papa, der das Projekt als Herzensangelegenheit beschreibt. "Und es freut mich, dass gerade Jascha und Eric, die noch nicht so lange dabei sind, ein wichtiger Bestandteil des Teams sind.

"Dass jeder Einzelne seinen Anteil am Erfolg hat, das wissen auch die Zehnjährigen und beschreiben die Stärken ihrer Kumpels ziemlich professionell: Kai sei stark im Zuspiel und Aufschlag, Levi ein super Angreifer und Annahmespieler. Während die beiden bereits die 1,60-Meter-Marke geknackt haben, ist Jascha, der aus Mettmann kommt, mit 1,50 Metern der Kleinste. Er ist der flinke Abwehrspezialist im Team. Eric, der auch noch Fußball spielt, sorgt für gute Angriffsaktionen und rettet Bälle zur Not auch mal spektakulär mit dem Fuß.

Nach Triumph in der U 12 wechselt das Personal minimal

Bereits einen Tag nach dem Sieg in der U 12 in Schwerte Anfang Mai stand ein Trainingslager mit dem Rumelner TV an, in der Woche folgten noch zwei Trainingseinheiten. Während Jascha Kuhn nicht mit zur U-13-Endrunde nach Dresselndorf - samt Übernachtung mit den Eltern im Hotel - fahren konnte, waren der zwölfjährige Alexander Maschke und der elfjährige Hugo Langenscheidt dabei, spielten ein starkes Turnier und holten sich mit dem Team den Vize-Titel.

VOLLEYS-NACHWUCHS

UNTERSCHIEDE In der U 12 besteht ein Team mindestens aus vier Spielern, gespielt wird Zwei gegen Zwei, wobei regelmäßig durchgewechselt wird. Die Netzhöhe beträgt 2,00 Meter, die Spielfeldgröße 4,5 x 4,5 Meter. In der U 13 müssen fünf Spieler zum Kader gehören, gespielt wird Drei gegen Drei. Das Netz ist zehn Zentimeter höher, das Spielfeld 6 x 6 Meter groß und der Ball ein wenig schwerer. 

PROFIS: Die Nachwuchstalente der Volleys hatten in den beiden vergangenen Spielzeiten prominente Co-Trainer: In der Saison 2016/17 war Christoph Marks, der sich in Herrsching zum Top-Scorer der gesamten Bundesliga entwickelt hat, mit dabei. Bis März trainierte Erstliga-Zuspieler Johannes Tille das Team gemeinsam mit Helmut Weissenbach. 

ZUKUNFT Wie es mit dem erfolgreichen Team weitergeht, ist ungewiss. Noch steht nicht fest, ob in den nächsthöheren Altersklassen Mannschaften zustande kommen.

Quelle: Solinger Tageblatt, 15. Mai 2018

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