02.10.2017 - Test gegen ORION Doetinchem:

Neue Volleys deuten ihr Potenzial an

Auch wenn der erste Test vor heimischem Publikum verloren geht, überzeugt der neu formierte Bundesliga-Kader.Von Sonja Bick/ST – Volleys-Chefcoach Johan Isacsson huschte ein zufriedenes Lächeln über das Gesicht, neben ihm auf der Bank nickte Co-Trainer Oliver Gies anerkennend mit dem Kopf. Gegenüber auf der Tribüne strahlten die Manager Helmut Weissenbach und Daniel Mey bis über beide Ohren und applaudierten lautstark ihrem Team zu. Man merkte den Verantwortlichen des Volleyball-Erstligisten an, dass ihnen gleich mehrere Steine vom Herzen fielen. Wochenlang hatten sie quasi ununterbrochen an der Erstliga-Tauglichkeit des Vereins samt neuem Kader gebastelt, nun sahen sie die Spieler erstmals richtig in Aktion. 

Das erste Testspiel in der heimischen Halle an der Wittkulle ging zwar mit 1:3 (15:25, 25:17, 19:25, 18:25) verloren, doch das Ergebnis gegen den niederländischen Vize-Meister Orion Doetinchem war eindeutig zweitrangig. Viel wichtiger war, dass sich das junge internationale Team zwei Wochen vor dem Saisonstart am 15. Oktober weiter einspielte und ganz nebenbei das Publikum überzeugte. Knapp 100 Zuschauer, darunter auch einige Sponsoren, waren am Samstagnachmittag gekommen, um sich die Volleyball-Profis aus der ganzen Welt samt schwedischem Nationaltrainer mal live anzuschauen.

"Ich bin mit der Präsentation sehr zufrieden." Daniel Mey, Manager der Bergischen Volleys

Dabei fiel auf, dass statt Deutsch auf dem Feld und daneben jetzt Englisch gesprochen wird. Bei Spielern aus insgesamt sechs Nationen kein Wunder. Ihre Namen waren auf den Trikots nachzulesen, dort stand auch der Name Ford. Der US-Amerikaner war erst am Donnerstag in Solingen angekommen, hatte noch nicht wirklich mit der Mannschaft trainiert und mit seinem Jetlag zu kämpfen. Dennoch deutete der 23-Jährige bereits sein Potenzial an, wie zum Beispiel bei einem langen Diagonalzuspiel auf den Australier Gerrard Lipscombe, der die Volleys als neuer Kapitän anführte. Von der Bank kamen zunächst allerdings lautstarke und deutliche Ansagen, denn Isacsson war mit der Leistung seiner Mannschaft gar nicht zufrieden. Annahme- und Abstimmungsprobleme prägten das Spiel, zudem bereitete die niedrige Hallendecke Schwierigkeiten. Über 4:4 und 9:15 ging der erste Satz an den niederländischen Meisterschaftskandidaten. Im zweiten Satz aber zeigte die neu formierte Truppe, zu was sie in der Lage sein kann. Lipscombe punktete beim Aufschlag mal mit Kraft, mal mit Gefühl. Zudem beeindruckte der 24-Jährige die Zuschauer mit seiner enormen Sprungkraft, sein Landsmann Sam Boehm mit seiner Schlaghärte und Libero Robert Bene mit seiner Schnelligkeit.

Specht beweist große Emotionen

Andrew Benz (2,01 m) und Rutger Zoodsma (2,06 m) demonstrierten ihre Durchschlagskraft über die Mitte und ihr Block-Potenzial. Außerdem präsentierten sich die Profis aus aller Welt als eingeschworenes Team und gaben keinen einzigen Ball verloren. Als Iurgen Hummes Specht beim Punkt zum 20:14 das Publikum anschrie und so feierte, als habe er gerade den Matchball gegen Friedrichshafen verwandelt, war der Funke definitiv übergesprungen und auch die Verantwortlichen waren einfach glücklich. „Ich glaube, wir haben eine schöne Kombination an Spielern gefunden“, sagte Manager Mey. „Ich bin mit der Präsentation sehr zufrieden.“ Die nächsten beiden Sätze gingen zwar wieder verloren, doch zwei Wochen Zeit haben die Volleys noch: Erst dann geht es im Heimspiel gegen die SVG Lüneburg um die ersten Punkte.

PERSONAL

DANIEL FORD (23) ist neben U-21-Nationalspieler Johannes Tille der zweite Zuspieler bei den Bergischen Volleys. Der US-Amerikaner kommt von der Saint Francis University nahe Pittsburgh und hat auch schon eine Auslandsstation in Finnland hinter sich. Abschließend sind die Volleys-Verantwortlichen noch auf der Suche nach einem Diagonal- und einem Außenangreifer.

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Star-Ensemble spielt seine ganze Routine aus:

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Standing Ovations in der Bayerhalle:

Der VfB Friedrichshafen muss gegen die Bergischen Volleys alles geben!

Mit 3:1 gewinnen die Häfler in Wuppertal (20:25 26:24 23:25 14:25), Gäste-Trainer Vital Heynen schien allerdings in den ersten 3 Sätzen nicht glauben zu können, was er sah: Unser Team präsentierte sich über weite Strecken auf Augenhöhe und holte sogar den zweiten Durchgang. Insgesamt war das Spiel heute nicht mit dem Auftritt gegen die Alpenvolleys zu vergleichen. Insgeheim hatte man natürlich auf einen positiven Auftritt gehofft, der vom bergischen Publikum honoriert werden würde – und so kam es dann auch. Nach dem Spiel konstatierte der Zuspieler und Kapitän der Friedrichshafener, Simon Tischer, den Bergischen Volleys im eine tolle Leistung: "So wie heute sind wir in der Bundesliga bisher selten gefordert worden – eure Mannschaft wird noch ihre Punkte machen!". Das schreibt die Presse …