22.09.2017 - Vorbericht im Solinger Tageblatt:

Ein Schwede formt neue Volleys zur Einheit

Sind erst einmal guten Mutes für die weitere Vorbereitung, v. l.: Rutger Zoodsma, Gerrard Lipscombe, Mart van Werkhoven, Sam Boehm, Oliver Gies, Johan Isacsson, Helmut Weissenbach, Johannes Tille, Iurgen Specht, Andrew Benz und Robert Bene. © Christian Beier/ST

Jürgen König/ST: Acht Spieler befinden sich bereits im Training. Johan Isacsson ist mit dem Umfeld bislang sehr zufrieden. Rund eine Woche lang befinden sich die Bergischen Volleys in der Vorbereitung auf die zweite Bundesliga-Saison – die erste fand noch unter dem Namen Solingen Volleys statt. Sie endete sang- und klanglos mit dem Abstieg, dem Oberhaus gehört man aber über Umwege weiterhin an. "Die Bundesliga ist ein harter Wettbewerb", weiß der Mann, der den runderneuerten Kader zu einer Einheit reifen lassen soll: Johan Isacsson kommt aus Schweden von Linköping VC und will sich dem "interessanten Projekt" in Deutschland widmen.

Acht Spieler plus Oliver Gies – so stellt sich auch am vergangenen Dienstagabend die personelle Situation in der Fals-Sporthalle an der Wittkulle dar. Während der Coach fast ausschließlich in Englisch und ganz wenig in Deutsch dem ST Rede und Antwort steht, wärmt sich sein noch überschaubarer Kader in der Gymnastikhalle der NRW-Sportschule auf. Teammanager Gies hat das Geschehen fest im Blick, die Abläufe wirken professionell. Isacsson muss nach seinem Eintreffen im Trainingsraum bei den Profis aus aller Herren Länder nicht oft eingreifen. „Sie sind in guter Form nach Solingen gekommen, das war in meiner Trainer-Karriere nicht immer der Fall“, gibt sich der 55-Jährige gleichermaßen zuversichtlich wie gelöst. Glücklich sei er, wenn zum Saisonstart Mitte Oktober zwölf Mann zur Verfügung stehen würden. Stress ist für ihn ein Fremdwort.

Isacsson lobt die guten Kontakte, die es von Beginn an mit dem Solinger Management um Helmut Weissenbach gegeben habe. Die historische Silbermedaille der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft zeige den Stellenwert der Sportart hier auf. Und davon will er ab sofort ein Teil sein. Eine „Multi-Kulti-Truppe“ wird der Schwede betreuen. Vorteilhaft: Alle sprechen Englisch. Das Trainingspensum ist gegenüber der vergangenen Saison drastisch erhöht worden. Aus vier Halleneinheiten und einer mit Athletik sind sieben plus drei oder vier geworden. Neben der Fals hat sich bereits die Sonnborner Bayerhalle als gute Stätte erwiesen, dort werden die Volleys auch sechs Heimspiele austragen.

"Dann werden andere Nationaltrainer Spieler nach Solingen schicken."
Johan Isacsson zur gewünschten Entwicklung

Johan Isacsson ist mit dem Team ums Team zufrieden, so kann er sich auf das Wesentliche seiner Arbeit konzentrieren und den Fokus auf die Steigerung der sportlichen Qualität legen. Dazu zählt, schnell den Zusammenhalt als unerlässliches Fundament herzustellen und taktisch sowie technisch auf hohem Niveau zu arbeiten. Gerade die Entwicklung junger Spieler liegt ihm am Herzen. Emotional wird der neue Mann am Ruder dies tun, auch Selbstkritik findet man in seinem Vokabular.

Entscheidungen fallen im Team
Teamwork ist ebenfalls fest in seinen Vorstellungen verankert, mit Oliver Gies, Helmut Weissenbach und dem neuen Manager Daniel Mey werden Personalien abgesprochen. Wenn die Entwicklung positiv ist, hofft er über das „sehr wichtige Netzwerk“ auf Dynamik: „Dann werden andere Nationaltrainer Spieler nach Solingen schicken.“

Auch wenn er seine Lebenspartnerin aus beruflichen Gründen nicht mitnehmen konnte, merkt man Isacsson an, dass er sich wohlfühlt. In Gräfrath ist er heimisch geworden, der Spanier am dortigen Marktplatz sagt ihm ebenso zu wie der Italiener La Vita am Dingshaus. „Die Leute hier sind sehr nett“, urteilt der neue Coach. Und das Gebiet sei schön, für Volleyball-Testzwecke geradezu ideal.

Schon in Kürze stehen Freundschaftsspiele gegen Teams aus Belgien und den Niederlanden an, am 30. September findet an der Wittkulle die Saisoneröffnung statt. Und am 15. Oktober wird es dort erstmals ernst, wenn die SVG Lüneburg im Kampf um Bundesliga-Punkte aufkreuzt. Wohin die Reise der Volleys im Oberhaus gehen könnte, dazu will sich Johan Isacsson nicht äußern – dafür gibt es in den kommenden Wochen wohl doch noch etwas zu viele Fragezeichen.

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